06.05.2021

Brief an Landtagsabgeordnete zur Pflege

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) setzt sich als christlicher Sozialverband im Besonderen für die Belange von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Ausgelöst durch die Corona-Pandemie, war die Arbeit von Pflegerinnen und Pflegern, von medizinischem Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt.
Wir als KAB stehen für eine menschenwürdige Arbeit und eine menschenwürdige Pflege. Das Eine geht nicht ohne das Andere.
Hohe gesellschaftliche Anerkennung für die Ärzte und Pflegekräfte war anfangs der der Pandemie überregional spür- und erlebbar – aber leider auch nur eine Momentaufnahme.
Mit Blick auf die pandemiebezogenen Arbeitsbedingungen liest sich die Dauerzustandsbeschreibung eher so: Zeitdruck, überlange Arbeitszeiten, hohe physische und psychische Belastung bis zur Erschöpfung, genereller Personalmangel, vielerorts Fachkräftemangel, niedrige Entlohnung, befristete Arbeitsverhältnisse, keine Tarifbindung, …
Nach unserer Vorstellung ist Gesundheit ein Bestandteil der Daseinsvorsorge, also eine Aufgabe des Staates zur Grundversorgung seiner Bürger mit den notwendigen Gütern und Dienstleistungen.
Aus unserer Sicht sind kranke oder pflegebedürftige Menschen keine „Marktteilnehmer“. Es handelt sich vielmehr um Menschen, die Hilfe brauchen, eine optimale Versorgung und darüber hinaus Nähe und Zuwendung.
Wir verkennen nicht das Grunddilemma zwischen Wirtschaftlichkeit und Daseinsfürsorge. Dennoch wehren wir uns gegen eine verengte Sicht, die die Pflege nur unter dem Aspekt „Kostenfaktor“ betrachtet. Pflege ist weit mehr als Betriebswirtschaft. Pflege ist auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Region, in der sie geleistet wird.
Da der Gesundheitssektor einen wesentlichen Teil der Daseinsfürsorge darstellt, muss dieser auch einen besonderen Stellenwert in unserer Gesellschaft erhalten im Sinne einer Neubewertung. Dafür sind entsprechende Mittel bereit zu stellen.
Von daher müssen politische Entscheidungsträger nicht nur die Kosten diskutieren, sondern einen substanziellen Diskurs um Lösungen führen, die den Alltag der Pflegebedürftigen und der Pflegenden im Mittelpunkt haben.
Deshalb fordern wir als KAB die Weiterentwicklung und gesellschaftliche Aufwertung der Berufsbilder in der Pflege, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch eine qualitative und quantitative Personalbesetzung, die sich nach dem tatsächlichen Pflegebedarf richtet und eine leistungsgerechte Vergütung. Es braucht hier mehr Wertschätzung!
Neuanschaffungen für med. Innovationen, Modernisierung von Einrichtungen, sowie deren Neubau-, Um- und Ausbau müssen durch die öffentliche Hand finanziert werden. Sie dürfen nicht zu Lasten von Versicherungsbeiträgen (Behandlungsbeiträgen) gehen und nicht beim Personal eingespart werden. Dadurch freiwerdende Mittel sollten für Verbesserung der Pflegesituation verwendet werden.
Wir freuen uns, wenn Sie diese unsere Vorstellungen in ihrer politischen Arbeit aufgreifen und so mit dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zum Wohle der Beschäftigten und der zu Pflegenden zu verbessern.
Gerne sind wir bereit, Sie dabei zu unterstützen.
Ihre Rückmeldung interessiert uns sehr.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Kurt Freudenreich
KAB-Speyer Diözesanvorsitzender

KAB Diözesanverband Speyer Webergasse 11 67346 Speyer Tel. 06232 / 102-376 Email: kab@bistum-speyer.de Internet: www.kab-speyer.de
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Speyer, den 24. Apr. 2021
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