Weihnachtspredigt von Peter Nirmaier 2025
Ein anderes Weihnachtsbild in diesem Jahr. Ein Bild von einer blühenden Rose am Treppenaufgang zum Pfarrhaus in Maikammer, und das am 29.12.2024, mitten im kalten Winter. Ein Zeichen des Lebens in einer Jahreszeit, in der nicht allzu viel blühendes Leben in der Natur zu finden ist. Ein solches Zeichen des Lebens ist für mich auch Weihnachten, ein Zeichen des Lebens von Gott her. Die Geburt Jesu – ein Zeichen des Lebens, wie Gott es sich vorstellt. Es wird sich im Leben, Denken, Reden und Tun, in Tod und Auferstehung Jesu entfalten. Blühendes Leben von Gott her mitten im kalten Winter.
Mich hat die Rose im Winter und später das entsprechende Foto sofort angesprochen. Gott gibt sich in Jesus als Zeichen seiner Liebe hinein in diese Welt. Ohne Vorleistung oder beigefügte Rechnung. Er gibt sich einfach so hinein als Liebe mit dem Ziel zu heilen, zu retten, zu erwärmen, zu erfreuen. Da kann es sein, dass Menschen durch widrige Lebensumstände und durch Verletzungen wie zu einem Eisblock erstarrt sind, der sich mit sich selbst schwertut und von daher mit anderen, der auch keine Wärme mehr ausstrahlt. Neues Leben sollen sie von ihrem Gott her finden, wissend, dass er mit seiner Liebe für sie da ist, heilen kann, Kraft geben kann zu ertragen, was nicht zu ändern ist. Es ist, als ob Gott sagt: Es ist gut, wie du jetzt bist, tau auf, du bist für mich wertvoll und kannst viel Gutes bewirken. Und das müssen keine großen Dinge sein. Ich denke, die Hirten auf den Feldern ahnten etwas von dieser Botschaft.
Die Rose Jesus ermutigt weiterhin, den Dialog zu suchen, wenn eine Beziehung eingefroren ist und sich nichts mehr tut. In der großen wie in der kleinen Welt. Sie ermutigt miteinander zu reden und zu verstehen, was der/ die andere sagen will, warum er/ sie etwas so macht und nicht anders. Ob du das genauso sagen oder machen würdest, ist dabei zunächst zweitrangig. Zunächst einfach mal zuhören und verstehen. Das taut manches Eis auf zwischen Menschen. Wie sollen wir sonst weiterkommen?
Diese Rose Jesus ermutigt zur Dankbarkeit für alles Gute und Schöne, das es neben dem Schlechten auch noch gibt, und das Menschen so viel Angst einjagen kann. Jesus hatte einen Blick für die Lilien auf dem Feld, die herrlichen Blumen, von denen manche im Winter noch blühen. Sei dankbar für das, was Leben und Freude schenkt, auch in schwierigen Zeiten. Sei dankbar für alle Menschen, die für dich wie Geschenke Gottes sind, manchmal wie Rosen im kalten Winter. Wie kostbar sind sie, Zeichen für Gott selber, wie Jesus es für viele war.
Mit der Rose Jesus mitten im kalten Winter zeigt Gott, wie wertvoll ihm alle Menschen sind. Die Hirten auf dem Feld, von den anderen verachtet, erfahren Gottes Wertschätzung, dass sie wer sind. Ebenso wie die Armen, Kranken und Notleidenden. Jesus solidarisiert sich ganz mit ihnen: Was Menschen für sie tun, tun sie für ihn.
Die Rose Jesus macht es zugegebenermaßen der Kälte nicht leicht. Sie nennt beim Namen, was solche Kälte verursacht. Oft beginnt dies tief drinnen in menschlichen Herzen, weiß sie. Sie ermutigt, sich allem zu stellen, was dem Leben schadet, und das nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst. Sie tut dies nicht, um sich selbst groß herauszustellen, sondern um Leben zu fördern.
Eiskristalle an der Rose auf dem Bild. Sie hält einiges an Kälte aus. So wie Jesus vieles ausgehalten hat. Missverständnisse, bewusst falsche Deutungen seines Denken, Redens und Tuns, fake news, das alles musste er aushalten bis hin zu Spott und Hohn am Kreuz. Im Gegensatz zur Rose auf dem Bild ist er nicht verblüht, er bleibt Zeichen der Liebe Gottes über seinen irdischen Tod hinaus. Gott hält diese Rose weiter in die Welt hinein, bis heute. Dafür bin ich ihm dankbar, denn das hat auch heute seinen Preis. Denke daran, wenn du auf eine Rose triffst, irgendwo an einem Rosenstock, mitten im kalten Winter, vielleicht sogar an deinem Haus.
Das war eine Überraschung: Ende vergangenen Jahres fand ich am Rosenstock vor meinem Pfarrhaus eine blühende Rose mit Eiskristallen. Ein wunderschönes Bild. Für mich ein Weihnachtsbild:
Gott hält Jesus wie eine Rose in diese Welt, oft auch in die Kälte dieser Welt und unserer eigenen Herzen. Damit sich etwas tut, es wärmer, lebendiger wird in uns und zwischen uns, damit neues Leben entsteht, auch an Stellen, an denen man gar nicht glaubt, dass so etwas möglich ist. Dass wir auch die Stellen nicht übersehen, wo es heute schon blüht, trotz allem.
Euch allen gesegnete, wenn es sein kann frohe Weihnachen und ein neues Jahr 2026 mit vielen guten Erfahrungen
Der Diözesanvorstand bedankt sich bei allen Mitgliedern und Freunden die in den Basisgruppen und im Diözesanvorstand mitarbeiten herzlich für ihr Engagement.
Wir wünschen euch im Kreis eurer Familien oder dort wo ihr feiert ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes und glückliches, von Gottes Segen begleitetes Jahr 2026!

