Presseartikel

Stellungnahme der KAB zu Pfr. Dr. Asomugha

Erklärung des KAB-Diözesanverbandes Speyer hinsichtlich des rassistisch geprägten Verhaltens und der Morddrohung gegen
Pfarrer Patrick Asomugha als Pfarrer der Pfarrei „Heiliger Franz von Assisi“,
Queidersbach
Mit brennender Sorge und tiefer Bedrückung blickt die Katholische Arbeitnehmerbewegung Deutschlands auf das Wachsen und die Verbreitung rassistischen Gedankenguts. Und mit Entsetzen sehen
wir die Anschläge von Halle und Hanau genauso wie die Vielzahl von Angriffen auf Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit einem Migrationshintergrund (und die Drohungen gegen Moschee-Vereine), sehen wir das Unmaß an Hass, Verblendung und Wahn, aus dem heraus die Täter handeln. Die KAB erkennt in diesen Anschlägen das bittere Ergebnis einer immer lauter werdenden Verharmlosung zentraler nationalsozialistischer Denkmuster bis in die Mitte der Gesellschaft.
Mit größter Fassungslosigkeit, Entsetzen und tiefster Betroffenheit erfahren wir aus den Medien, dass sich auch im Bistum Speyer seit Mitte 2019 wohl extrem rassistisch gesinnte Menschen gegen den aus Nigeria stammenden katholischen Pfarrer Patrick Asomugha gestellt haben. Neben zwei Einbrüchen ins Pfarrhaus, rassistischen Anfeindungen und zerstochenen Reifen an seinem PKW Ende September 2019, gipfelten diese Taten in einer im März 2020 an das Garagentor des Pfarrers gesprühten Morddrohung.
Die Ausweitung und Verschärfung der Straftaten mit der daraus resultierenden direkten Sorge um Leib und Leben des beliebten Pfarrers führten nun dazu, dass im Einvernehmen des Bistums und Pfarrer Asomugha, dieser nun die Pfarrei in Queidersbach verlässt, um eine neue Aufgabe im Bistum Speyer zu übernehmen.
Als katholischer Verband hat sich die KAB von Anfang an ihres mehr als 170jährigen Bestehens für die Rechte ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingesetzt: für die Beheimatung osteuropäischer Zuwanderer Ende des 19. Jahrhunderts genauso wie für die Aufnahme von Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg und für die Integration der als sogenannte „Gastarbeiter“ in den 50er bis 70er Jahres des vergangenen Jahrhunderts angeworbenen Arbeitskräfte.
Vom NS-Regime verfolgte und hingerichtete wie Nikolaus Gross, Marcel Callo, Bernhard Letterhaus, Hans Adlhoch und weiteren Frauen und Männer aus der katholischen Arbeiterbewegung sowie deren in Leib und Leben bedrohte Familien stehen für das eindeutige Bekenntnis der KAB zur Gleichheit und Würde aller Menschen. Daher verurteilen wir auf das Schärfste jedweden Versuch, die pluralistische und demokratische Verfasstheit unserer Gesellschaftsordnung durch die Ausgrenzung einzelner Menschen, Gruppen oder ganzer Ethnien aufgrund von Hautfarbe, Religion oder anderer Merkmale zu relativieren oder gar zu zerstören.
Der KAB-Diözesanverband Speyer verurteilt klar, entschieden und mit Nachdruck die gegen Pfarrer Patrick Asomugha gerichteten bzw. getätigten rassistisch motivierten und diskriminierenden Straftaten und sichert ihm seine volle Unterstützung zu.
Speyer, 20.04.2020
Im Namen des Vorstandes
gez.
Kurt Freudenreich
Diözesanvorsitzender

Ich will keine Schokolade… ich will lieber fairen Lohn!

In diesen Tagen werden überall Pflegende als „Held*innen der Nation“ beklatscht und mit Schokolade überhäuft. Das ist nett gemeint, aber nicht zielführend. Auch die Beschäftigten selbst sind über diese Form der Wertschätzung nicht glücklich. Denn: Nicht erst jetzt, sondern seit Jahren arbeiten die Pflegenden in Kliniken, Heimen und ambulant über ihre Kräfte hinaus, bewältigen 12-Tage Dienste am Stück mit bis zu 12 Stunden-Schichten. Sie arbeiten für geringe Bezahlung und werden lediglich als Kostenfaktor im Gesundheitssystem angesehen. Der durch die Corona-Krise ausgelöste Ausnahmezustand kann nicht mehr verbergen, was seit langem unter den Teppich gekehrt wurde: die Kürzung von Personal, die zunehmende Bürokratisierung, das Einsparen von wichtigen Therapien - all das ist weder neu noch überraschend und geschah sehenden Auges. Die Corona Pandemie sorgt jetzt dafür, dass diese Missstände immer deutlicher benannt werden. Viele erkennen nun, dass eine auf Profit ausgerichtete Pflege lebensbedrohlich ist.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) stellt sich auf die Seite der Pflegenden und betont: Pflege gehört zur Daseinsvorsorge und darf dem Wettbewerb und der Profitlogik nicht unterworfen werden. Sie braucht ausreichende Ressourcen, Solidarität und die ihr gebührende Anerkennung. „Leben und arbeiten in Würde und Solidarität“ ist ein Leitsatz der KAB. Wir treten daher entschieden dafür ein, den politisch verursachten Pflegenotstand zu beseitigen und rufen die Verantwortlichen eindringlich auf, die Situation für die Pflegenden gemäß unsrer Forderungen zu verbessern und dadurch auch das Gesundheitssystem für jeden einzelnen von uns zu stärken.

Die KAB fordert die sofortige Umsetzung folgender Maßnahmen:

·       monatlich 500 € mehr für jeden Beschäftigten

·       Keine Privatisierung im Gesundheitswesen

·       Gefahrenzulage für gefährdete Beschäftigte in der Pflege

·       Keine Aufweichung bei Arbeits- und Ruhezeiten

·       Tägliche Corona-Tests für alle Beschäftigten

·       angemessene Schutzkleidung für alle in der Pflege tätigen

Es geht um den Schutz und die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung aller.

Die KAB Deutschlands ist ein katholischer Sozial- und Berufsverband. Als Sprachrohr für organisierte und nichtorganisierte Arbeitnehmer*innen sieht sich die KAB als wichtige Interessengruppe in der katholischen Kirche, die sich lautstark für faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen einsetzt. Christliche Werte in der Arbeitswelt bedeuten gleicher Lohn für gleiche Arbeit, ein existenzsichernder Mindestlohn, der Schutz des arbeitsfreien Sonntags sowie der Schutz vor Altersarmut. 

Infos unter www.kab.de

75. Todestag von Nikolaus Groß

Neuer Nationalismus gefährdet

Demokratie und Arbeiterrechte

KAB-Bundesvorsitzender erinnert an Hinrichtung von Nikolaus Groß vor 75 Jahren

Köln. Aus Anlass des 75. Todestag von Nikolaus Groß am 23. Januar warnt die KAB Deutschlands vor einem wachsenden Nationalismus und Radikalismus in Deutschland und Europa. „Hetze, Beschimpfung und Morddrohungen an Bürgermeistern und Amtsträgern oder die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) sind ein erschreckender Beleg, dass Nationalismus und Radikalismus zunehmend unsere Demokratie gefährden“, erklärt Andreas Luttmer-Bensmann, Bundesvorsitzender der KAB Deutschlands.

Wegschauen heißt Dulden

Die Angriffe auf Demokraten und demokratische Institutionen heute erinnerten an die Verhältnisse der Weimarer Zeit, die direkt in den deutschen Faschismus geführt haben. „Der Angriff auf demokratische Rechte ist immer auch ein Angriff auf die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, betont Luttmer-Bensmann.  Dies mussten gerade die damaligen KAB-Arbeitersekretäre Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus, Hans Adlhoch und Gottfried Könzgen, die aufgrund ihres Glaubens und ihres Einsatzes für Demokratie sowie für die Rechte der Arbeiter in Konzentrationslager kamen und als Widerständler hingerichtet wurden.

„Der Einsatz für Demokratie und Arbeits- und Menschenrechte ist heute wichtiger denn je“, betont der Bundesvorsitzende. Er ruft dazu auf, sich gegen rechtsradikale und nationalistische Bestrebungen zu wehren und sich zusammenzuschließen. „Wegschauen heißt dulden. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen sich organisieren und ihre Rechte gemeinsam in Verbänden wie die KAB vertreten“, erklärte Luttmer-Bensmann.

Die KAB gedenkt ihrer Märtyrer jährlich am 23. Januar, dem Todestag des selig gesprochenen Nikolaus Groß. Sein Schicksal steht stellvertretend für den großen Blutzoll, den die KAB durch den Nationalsozialismus bezahlen musste. Gedenkfeiern finden in Essen, Köln, Berlin und vielen anderen Städten statt.

Abschlusserklärung Porto

Die Europäische Gruppe der Arbeiterpastorale hat sich vom 3. bis 5. Oktober 2019 in Porto (Portugal) zum jährlichen Kolloquium rund um das Thema „Eine gemeinsame Vision für den europäischen Sockel der Sozialrechte. Sozialer Schutz und soziale Inklusion“ eingefunden.

Die Presserklärung hierzu finden Sie, wenn Sie

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Presserklärung zur Bundestagswahl

KAB Diözese Speyer mischt sich in Wahlkampf ein

 

Speyer/ Ludwigshafen - Es sah aus, wie ein Stand einer Partei zur Bundestagswahl: Doch hier ließ sich niemand wählen. Dafür gab es Kaffee und Informationen satt. Die KAB in der Diözese Speyer fragte mit einem riesigen Transparent: "Nehmt Ihr den Menschen mit?" Helfer der Aktionsgruppe in leuchtend rote Warnwesten gehüllt, verteilten gedruckte Wahlprüfsteine. Diese hatte der Arbeitskreis Frauen der KAB bei einer Bildungswoche entworfen.
Die gesamte Erklärung finden Sie, wenn Sie hier klicken!

Arbeitsfreier Sonntag

Die gemeinsame Erklärung der Allianz "Arbeitsfreier Sonntag" finden Sie, wenn Sie hier klicken!

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